Was uns wichtig ist

Kochen bedeutet für uns mehr als das Befolgen eines Rezepts. Hinter jedem Gericht stehen Menschen, Landschaften, Jahreszeiten und die Möglichkeiten ihrer Zeit. Gerichte entstehen nicht zufällig. Sie erzählen von den Rohstoffen einer Region, von den Lebensbedingungen ihrer Bewohner und von den Fähigkeiten, mit denen Generationen vor uns ihre Nahrung zubereiteten.

Die Küche ist ein wichtiger Teil der kulturellen Identität einer Region. Wer verstehen möchte, warum im Alpenraum Knödel, Krapfen, Strudel oder unzählige Gemüsegerichte entstanden sind, muss auch die Geschichte der Menschen kennen, die in den Tälern und Bergregionen lebten und arbeiteten. Deshalb beschäftigen wir uns nicht nur mit Rezepten, sondern auch mit deren Herkunft, ihrer Entwicklung und ihrer Bedeutung im Alltag und bei Festen.

Der Alpenbogen erstreckt sich von Frankreich über Italien, die Schweiz, Österreich und Bayern bis nach Slowenien. Trotz gemeinsamer Wurzeln entwickelten sich in den einzelnen Regionen sehr unterschiedliche Küchenstile. Diese Vielfalt bildet die Grundlage unserer Kochkurse.

Tradition bedeutet für uns jedoch nicht, Gerichte wie Museumsstücke zu betrachten. Eine Küche bleibt nur lebendig, wenn sie gekocht, verstanden und weitergegeben wird. Deshalb wird in unseren Kursen aktiv mitgearbeitet. Die Teilnehmer erleben, wie Teige entstehen, wie Lebensmittel auf Hitze reagieren und warum bestimmte Arbeitsschritte notwendig sind. Kochphysik, Kochchemie und handwerkliche Techniken werden dabei unmittelbar erfahrbar.

Wissen weiterzugeben ist dabei ebenso wichtig wie das Kochen selbst. Unser Ziel ist es, den Teilnehmern nicht nur Rezepte mit nach Hause zu geben, sondern auch das Verständnis und die Fähigkeiten, diese selbstständig zuzubereiten und weiterzuentwickeln.

Wer ist Roland Essl?

Roland Essl wurde 1967 in Salzburg geboren. Seine ersten gastronomischen Erfahrungen sammelte er im elterlichen Gasthof Krimpelstätter. Nach seiner Ausbildung arbeitete er unter anderem bei Johann Kögel in Salzburg sowie bei Reinhard Gerer im Restaurant Korso in Wien.

Im Laufe seiner beruflichen Tätigkeit entwickelte sich ein besonderes Interesse für die Geschichte der alpinen Küche. Über viele Jahre erforschte er historische Kochbücher, handschriftliche Rezeptsammlungen und regionale Überlieferungen. Seine Erkenntnisse veröffentlichte er als Kolumnist der Salzburger Nachrichten in der Reihe „Gerichte mit Geschichte“ sowie in mehreren Büchern zur alpinen Esskultur.

Für sein Kochbuch Alpenkulinarik wurde Roland Essl mit dem Deutschen Kochbuchpreis ausgezeichnet. Der ORF widmete seiner Arbeit die Dokumentation „Roland Essl, der Küchenarchäologe“, die seine Suche nach historischen Rezepten und traditionellen Küchentechniken begleitet.

Als Koch, Autor und Vortragender versteht er sich vor allem als Vermittler kulinarischen Wissens. In seinen Kursen verbindet er Geschichte, Handwerk und praktische Küchentechnik mit dem Ziel, traditionelle Gerichte verständlich und für den heutigen Küchenalltag nutzbar zu machen.

Heute leitet Roland Essl die Kochschule Alpenkulinarik in Fuschl am See und vermittelt dort sein Wissen über die Geschichte, das Handwerk und die Vielfalt der alpinen Küche.